
Okay, das mit dem Wetter – darauf sein Wohlbefinden zu stützen – sollte man sich bei einem Winterdreh auf 1000 Meter grundsätzlich verkneifen. Autofahrt mit Blick auf die in der goldigen Morgensonne glänzenden Churfirsten. Schönes Wetter verbindlich festgelegt im Drehbuch. Realverhältnisse: Schneetreiben und grau. Wir machen’s trotzdem. Wie um uns zu foppen, zeigt sich im Verlauf unserer Strassensperrungsaktion dann tatsächlich die Sonne. Matte weiße Scheibe im Nebelschleier. Und natürlich trotzdem Schneetreiben. Also wird dann auch im Film so: wir drehen. Ein Feuerwehrauto fährt voraus, der Straßenabschnitt ist gesperrt, anschließend ein Leitfahrzeug, unser Spielauto und daneben der Kamerabus. Andreas sitzt mit Wolldecke und Kamera auf der Schulter in der offenen Tür.

Nachmittags das Hotel Stefani im Februar 1974. Hauptsächlich an den Kleidern der jungen Ladies ersichtlich, die den siegreichen Charly auf der Damentoilette verführen. Kurz vor dem Orgasmus: der Regisseur. Als Animationspinocchio gerate ich voll in Fahrt. Keine Ahnung, wie das in den 70ern zu und her ging. Aber radikal sexy musste es irgendwie sein. Denn was die beiden weiblichen Fans mit unserem Skirennfahrer vorhaben, geht weit – vielleicht sogar weit über ihre Zeit hinaus.
Zuletzt noch einen kleinen Studiodreh. Eine Toilette wurde nachgebaut. Logischerweise sind sanitäre Einrichtungen aus den 70er Jahren ziemlich schwierig zu finden. Wenn an einer Stelle gerne renoviert wird, dann dort. Und wieder kann der Regisseur brillieren: der Höhepunkt wird in fünf Takes effektvoll vorgetäuscht.
Der Rest der Crew hat allerdings andere Sorgen: Schlussszene am Klöntalersee wird bereits am dritten Drehtag geschossen. Warum eigentlich? Fragen Sie die Ostschweizerischen Elektrizitätswerke. Man braucht vor allem bei der Planung eines Drehs verdammt viel Fantasie!

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